ARDO-Schließung – Die Klauen der Kapitalisten

 

 

23.10.2026

 

Der Konzern ARDO, der in Groß-Enzersdorf Tiefkühlware herstellt, hat bekannt gegeben, bis Mitte 2027 zuzusperren.  240 Beschäftigte, darunter 50 Leiharbeiter/innen werden ihren Job verlieren. Dagegen haben hunderte Bauern nun mit Traktoren das Werk blockiert, der Betriebsrat hat eine Petition gestartet, von einem Streik der Arbeitenden ist bisher nicht die Rede.

Für die bäuerlichen Betriebe des Marchfelds ist die Schließung des Werks eine Katastrophe. ARDO verarbeitet 80% des österreichischen Tiefkühlgemüses und 100% vom Tiefkühlspinat. 500 Bauern und Bäuerinnen fürchten um ihre Existenzgrundlage. Und sie haben total Recht.

Der Konzern behauptet, kein Geld für die Erhaltung und Erneuerung der Anlagen zu haben. Das ist eine riesige Lüge. Das Geld wäre schon da, es wurde nur an die Aktionäre und die reiche Eigentümerfamilie ausgeschüttet.  ARDO hat letztes Jahr 1,9 Millionen Euro Gewinn gemacht. Und auch davor hat der Konzern etwa eine Million jährlich Gewinn gemacht. In den letzten Jahren hat ARDO Förderungen in Millionenhöhe abgecasht. Allein 2023 waren es 777.668 Euro Energiekostenzuschuss und zwischen 2023 und 2025 laut EU-Transparenzdatenbank weitere 1-2 Mio. Euro. Der Betriebsrat kritisiert, dass in das Werk auch nie wirkliche Investitionen gemacht wurden. Aber kritisieren genügt nicht. Viele Beispiele zeugen davon, dass die Unternehmer nie von Worten beeindruckt werden.  Nur der Ausdruck des Zorns, wie ein Streik, kann sie zu einem Rückzieher bewegen. Warum hat der Betriebsrat das nicht organisiert und die Verbindung zwischen dem Kampf der Bauern und Bäuerinnen und dem der Arbeiter/innen dadurch verstärkt, was das Kräfteverhältnis zu Ungunsten des Unternehmers befestigt hätte.

Auf jeden Fall gehören solche Konzerne enteignet und die Produktion gehört unter Arbeiter/innenkontrolle und Kontrolle der Bauern und Bäuerinnen und der Bevölkerung angeworfen.

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