Die Schmarotzer sind nicht wir Arbeitende,

sondern die superreichen Aktionäre

 

2.7.2023

 

In den letzten Monaten hörte man sowohl Wirtschaftskammerfunktionäre als auch Arbeitsminister Kocher Stimmung gegen die angeblich „faulen“ Arbeitslosen und die „faulen“ Teilzeitarbeitenden machen, die sich in der „sozialen Hängematte“ ausruhen würden.

 

Die Bosse zeigen mit dem Zeigefinger auf Beschäftigte oder ehemals Beschäftigte, deren Einkommen sich im Bereich von meist weniger als 1.200 Euro im Monat bewegen und fantasieren von deren angeblichen Luxusleben. Nebenbei bemerkt: dieses spielt sich im Winter immer häufiger in kalten und schimmligen Wohnungen ab. Gleichzeitig halten sie es für vollkommen normal, dass ein Kapitalist namens Rene Benko einen Wolkenkratzer in New York kauft, 800 Millionen Euro an staatlichen Hilfsgeldern von Deutschland und Österreich erhält, um wenige Jahre später 6.000 Arbeitsplätze in beiden Ländern wegzusparen. Die deutschen Beschäftigten seiner Kaufhauskette wurden davor noch erpresst, Lohnkürzungen anzunehmen, indem behauptet wurde, dass man sie sonst kündigen müsse, was nun ohnehin der Plan ist. Egal, ob nun direkt durch ihn, seine Immobilien Signa-Gruppe oder nach dem Verkauf von Kika/Leiner der Job-Kahlschlag erfolgt, er ist einer der Profiteure. Sein Vermögen als einer der reichsten Männer Österreichs kommt nicht von seiner Arbeit, sondern von der Ausbeutung und dem zunehmenden Druck und den Jobkürzungen seiner Beschäftigten.

 

Auch die Arbeiter/innen von MAN-Steyr Automotive wurden vor die Wahl gestellt, Lohnkürzungen zu akzeptieren oder den Job zu verlieren. Der in diversen Magazinen als Business-Gott und guter Unternehmer dargestellte Siegfried Wolf behauptete bei der Übernahme 2021, dass es keine andere Möglichkeit gäbe. Jetzt ist er wegen Korruption im Eurofighter-Skandal angeklagt. Ebenso wurden Absprachen mit Thomas Schmid bekannt, der im Finanzministerium ein hohes Tier war und seinem Sekretär erklärte, er wäre eben die Hure für die Reichen…

 

Eine, die sicherlich eine Hängematte hatte, und zwar auf ihrem Anwesen im Luxusort Cote d’Azur, ihrer Villa am Wörthersee oder ihrer Luxusyacht, war Heidi Horten, ehemals reichste Frau Österreichs. Alleine ihre Schmucksammlung wurde nach ihrem kürzlichen Tod für 200 Millionen Dollar versteigert. Es war die wertvollste je versteigerte Sammlung. Sie besaß sogar eine Kette der französischen Königin Marie Antoinette. Ihr Vermögen rührte von ihrem verstorbenen Mann, der sich durch die Ausbeutung von Arbeiter/innen und Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus die Früchte dieser Sklaverei einsteckte. Diese Dame, wie viele andere ihres Kalibers, gehörte zu jenen, die der ÖVP innerhalb kürzester Zeit fast eine Million Euro spendeten. Sicherlich nicht, weil die ÖVP und die Frau Horten beide ein Herz für Tiere hatten, sondern für Angriffe gegen die Arbeiter/innenklasse, längere Arbeitszeiten, noch weniger Besteuerung für Reiche, Erhöhung des Pensionsantrittsalters und Angriffe gegen das Sozialsystem.

 

 Diese Liste ließe sich noch lange fortführen. Von der Politik und der feinen Gesellschaft werden diese betuchten Leute aber nie als Schmarotzer oder Profiteure dargestellt. Milliardäre sind sie dennoch nicht durch ihre Arbeit geworden, sondern durch die Ausbeutung der Arbeitenden und die Korruption an der Spitze. Ihre schmutzige Propaganda gegen die Ärmsten richtet sich in Wirklichkeit gegen die gesamte Arbeiter/innenklasse, damit wir die Schuld bei uns suchen, und nicht bei ihnen.

 

Daher dürfen wir uns nicht durch diese ständigen Lügen spalten lassen. Denn nur gemeinsam und im Kampf vereint sind wir Arbeitende imstande, ihnen den von uns geschaffenen Reichtum streitig zu machen. Die Ausbeuter brauchen immer die Ausgebeuteten … aber nicht umgekehrt. Um unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verteidigen, dürfen wir diese grundsätzliche Wahrheit nie vergessen.

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