Kindergärten in OÖ: Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Ärmsten

 

17.02.2018

Wie familienfreundlich Schwarz-Blau ist, zeigt die oberösterreichische Landesregierung: Seit Anfang Februar sollen die Eltern für die Kindergartenbetreuung am Nachmittag zahlen. In Steyr wurde bereits die Hälfte der Kinder, in Wels ein Drittel abgemeldet, weil sich die Eltern die Zusatzkosten nicht leisten können. 3% des Brutto - Familieneinkommens sollen dafür herangezogen werden, was mindestens 43 Euro - und bis zu 110 Euro- pro Monat, je nach Verdienst ausmacht.

Was Familien machen sollen, die es sich nicht leisten können und die sonst auch auf niemanden wie Großeltern zurückgreifen können, ist diesen Politikern dabei herzlich egal. Zwar reagieren vereinzelte Gemeinden mit Scheinabschwächungen, was das Problem aber auch nicht löst. Im Gegenteil, während überall gespart wird und den Arbeitenden immer „flexiblere“ Arbeitszeiten aufgezwungen werden, bräuchte es einen Ausbau von Gratis – Kinderbetreuungsplätzen, gerade auch am Nachmittag.

Viele Frauen, die ohnehin schon in prekären Arbeitsverhältnissen stecken, müssen sich nun auch zusätzlich vor Jobverlust fürchten. Kaum wer hatte die Zeit oder das Geld sich bei der kurzfristigen Einführung der Gebühren umzuorganisieren. Aber auch Pädagog/inn/en bangen nun um ihre Arbeitsplätze, denn wenn die Zahlen der Anmeldungen sinken, dann wird hier sicher als nächstes gespart.

Das ist einfach schändlich... und ist auch ein Widerspiegeln einer Zeit, wo die Regierenden damit beschäftigt sind, die Steuern für die Reichen zu senken und immer neue Geschenke für die Chefs zu erfinden, während sie die „Armenjagd“ organisieren, und ihnen eine „Gratis-Mentalität“ vorwerfen.

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